Feminismus und Hühnerfüße

Ning Ying
Regisseurin von "Perpetual Motion"

Ning Ying, Grand Dame des chinesischen Films, zu Gast in Köln

Ning Ying gehört zur sogenannten fünften Generation der chinesischen Filmschaffenden und ist eine der bekanntesten Regisseurinnen ihres Landes. In Köln stellt sie ihren aktuellen Spielfilm vor und spricht in einem Werkstattgespräch über ihre Arbeit und die Produktionsbedingungen in China. Mit ihrer Beijing-Trilogie erlangte sie internationales Ansehen.

Nach dem Studium an der Pekinger Film-Akademie arbeitete sie unter anderem als Regieassistentin für Bertoluccis Film Der letzte Kaiser. Geprägt von der kulturellen Revolution, entwickelt sie in ihren Arbeiten ein Feingefühl für die gesellschaftlichen Veränderungen und findet Bilder, wie einfache Menschen von dem radikalen Wandel des Landes überrollt werden. Ihr aktueller Spielfilm Perpetual Motion ist ein Kammerspiel: Drei erfolgreiche Damen der höheren chinesischen Gesellschaft treffen sich im Haus einer Freundin, um den Frühlingsbeginn zu feiern. Die Gastgeberin ahnt, dass ihr Ehemann sie mit einer der drei betrügt und legt im Laufe des Abends jede Zurückhaltung ab. Perpetual Motion ist das ironische, selbstreflexive Porträt der modernen Töchter der chinesischen Bourgeoisie (die vier Protagonistinnen sind auch im realen Leben sehr erfolgreiche Frauen des öffentlichen Lebens), die ungeniert über Sex sprechen und zugleich nach Worten ringen, wenn es um das Tabu ihrer eigenen Gefühle geht.