Das Schreiben und das Schweigen - Die Schriftstellerin Friederike Mayröcker

Das Schreiben und das Schweigen
I/D/AT 2009, 90', Regie: Carmen Tartarotti

„Ich hab' gedacht es soll ein Film über das Schweigen werden. Das Schreiben und das Schweigen. Aber wie macht man das dann? Vielleicht ist es bei anderen Autoren so, dass sie beim Sprechen andere Sachen hervorholen aus ihrem Hirn, während ich nichts hervorholen kann. Ich mag nicht sprechen! Und auf dieser Grundlage werden wir unseren Film aufbauen. Das machen wir!“ (Friederike Mayröcker)

Friederike Mayröcker ist keine Protagonistin, die den Mediengesetzen gehorcht. Im Lichte ihrer Aura kollabieren viele Kategorien. Deshalb ist der Film von Carmen Tartarotti auch kein klassisches Porträt. Das Schreiben und das Schweigen führt uns auf subtile und poetische  Art und Weise in die Nähe des Mayröckerschen „Schreiblebens“, das zunächst fremd erscheint. Man sieht das Andere und ist versucht zu fragen, was für ein Leben führt diese Frau, worauf kommt es ihr an? Aber die Frage kommt an uns zurück. In diesem Spannungsfeld entsteht eine leise Provokation, die eine tiefe menschliche Erfahrung freisetzt.