Wir können nicht den hellen Himmel träumen

Wir können nicht den hellen Himmel träumen
(R: Carmen Tartarotti, ITA/AUT/D/Deutschland 2014)

Das Festival präsentiert gemeinsam mit der Zeitschrift FILMDIENST:
Wir können nicht den hellen Himmel träumen

Zum Film: 
Der Film zeigt ein Frauenkloster in Südtirol, in dem nur noch zwei Nonnen leben: Schwester Angelika und Schwester Benvenuta. Als die beiden Bauerntöchter vor 50 Jahren dem Orden der Dominikanerinnen in Maria Steinach in Algund beitraten, lebten 18 Frauen im Kloster. Heute stehen die meisten Zellen leer. Die Gemeinschaft hat sich aufgelöst, nur Schwester Angelika und Schwester Benvenuta sind in Maria Steinach zurückgeblieben. 

„Jetzt tun wir selber alle Ämter!“ Unter diesem Motto schwirren die beiden durch alle Gänge und halten sogar die leeren Zellen sauber. Schwester Angelika läuft mehrmals am Tag von einem Stockwerk ins andere, läutet die Glocke, zieht das mechanische Uhrwerk auf, säubert Altar und Klosterkirche, macht die Gartenarbeit und putzt dreimal im Jahr die 114 Fenster. Schwester Benvenutas Arbeitsfeld ist die Küche. Als gelernte Kellermeisterin kümmert sie sich um den Wein, während Schwester Angelika Kittel schneidert und die Wäsche besorgt. Das Ritual des gemeinsamen Betens würden sie niemals vernachlässigen. Da sie wissen, dass ihre Zukunft an einem seidenen Faden hängt, liefern sie sich ständig Beweise, dass es weitergeht. 

Schwester Angelika und Schwester Benvenuta sind keine vergeistigten Klosterfrauen.
Das Wirtschaften liegt ihnen in Fleisch und Blut. Sie verrichten männliche und weibliche Arbeiten und obwohl sie anpacken und Verantwortung tragen wie Männer, vermitteln beide etwas Warmes und Zartes. 

Die Klosterschwestern von Maria Steinach sind liebenswerte und zugleich etwas störrische Heldinnen. Sie dienen ihrem Kloster und sie herrschen in ihm. Und obwohl sie gemeinsam mit dem Kloster in eine ungewisse Zukunft gehen, sind sie nicht verbittert, sondern frei. 

Termin:
So 19.4., 14 Uhr Schauburg 2, Tickets
Im Anschluss Filmgespräch mit der Regisseurin Carmen Tartarotti