Die Filme

Benzine
R: Sarra Abidi, TN 2017

Benzine
R: Sarra Abidi, TN 2017, 90', OmeU, dt. eingesprochen, Deutsche Erstaufführung
Anders als viele Filme, die sich mit dem Thema Migration beschäftigen, nimmt Sarra Abidi mit Benzine die Perspektive der in der Heimat zurückgebliebenen Menschen ein. Die Geschichte erzählt die Ungewissheit, das Warten und die Sorge aus der Sicht eines Elternpaares in der tunesischen Provinz. Sie haben seit neun Monaten keine Nachricht von ihrem Sohn, der heimlich die gefährliche Reise nach Italien angetreten hat.
Filmgespräch mit der Regisseurin Sarra Abidi.
Do 26.04., 18 Uhr, Odeon, Tickets

Con el viento (Facing the Wind)
R: Meritxell Colell Aparicio, E/AR/FR 2018, 108', OmeU, dt. eingesprochen
Nach langer Abwesenheit kehrt die Tänzerin Mónica zur Beerdigung ihres Vaters in ihr Heimatdorf zurück. Dem Impuls, so schnell wie möglich in ihr weit entferntes Leben zurückzukehren, widersteht sie, um ihrer Mutter beim Verkauf des alten Familienhauses beizustehen. Eine emotionale Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Herkunft beginnt, als es Abschiednehmen nicht nur vom Ort der Kindheit heißt; alte Konfliktlinien und Trauer um verpasste Gelegenheiten scheinen auf und auch die verbleibende Zeit mit der Mutter ist begrenzt. In ihrem mit Laiendarstellerinnen inszenierten Debüt gelingt es Meritxell Colell Aparicio, mit wenigen schlichten Gesten von elementaren Gefühlen zu erzählen.
Filmgespräch mit der Regisseurin Meritxell Colell Aparicio
So 29.04., 16 Uhr, Odeon, Tickets

Dopo la guerra (After the War)
R: Annarita Zambrano, FR/IT 2017, 92', OmeU, dt. eingesprochen, Deutsche Erstaufführung
Bologna, 2002. Der Widerstand gegen die Arbeitsgesetze kocht an den Universitäten des Landes hoch. Da öffnet der Mord an einem Richter alte politische Wunden zwischen Frankreich und Italien. Marco, ein ehemaliger Terrorist, in Italien wegen Mordes verurteilt, lebt – dank der Mitterand-Doktrin – seit 20 Jahren im französischen Exil. Ihm wird der aktuelle Mord zu Lasten gelegt und die italienische Regierung beantragt seine Ausweisung. Marco sieht sich gezwungen, endgültig abzutauchen. Doch seine inzwischen 16-jährige Tochter Viola weigert sich, mit ihm zu gehen. Kluger und spannender Politkrimi mit Giuseppe Battiston, Barbara Bobulova, Jean-Marc Barr u.a.
Do 26.04., 20.15 Uhr, Odeon, Tickets

Estiu 1993 (Summer 1993)
R: Carla Simón, ES 2017, 96' OmeU, dt. eingesprochen
Sommer 1993. Die sechsjährige Frida zieht nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem Onkel aufs Land. Obgleich sie von dessen Familie liebevoll aufgenommen wird, gewöhnt sich Frida nur zögerlich an ihr neues Zuhause. Momente kindlicher Ausgelassenheit stehen neben nachdenklicher Distanziertheit in dem tollen Coming-of-Age-Drama, das behutsam die Folgen einer unberechenbaren Krankheit verhandelt.
Mi 25.04., 20.45 Uhr, Odeon, Tickets

Hjärtat (The Heart)
R: Fanni Metelius, SE 2018, 100', OmeU, dt. eingesprochen, Deutsche Erstaufführung
Diese erfrischende Amour fou hat Hauptdarstellerin Fanni Metelius selbst inszeniert. Kapitelweise beschreibt sie hautnah die Entwicklung einer jungen Liebe, unterlegt mit einem breiten Soundteppich aus englischem und schwedischem Hip-Hop. Ihr gelingt das Porträt einer neuen Generation junger Erwachsener, die mit Intimität, Sexualität und großen Erwartungen ringen.
Filmgespräch mit der Regisseurin Fanni Metelius.
Sa 28.04., 20.15 Uhr, Odeon, Tickets

I Am Not a Witch
R: Rungano Nyoni, GB /FR/DE/ZM 2017, 92', OmeU, dt. eingesprochen
Shula ist zwar noch keine zehn Jahre alt, verfügt aber schon über magische Kräfte. Das meint jedenfalls das hastig eingesetzte Tribunal, das dem Mädchen nach einem nichtigen Vorfall im Heimatdorf Zauberei unterstellt – und Shula in ein Hexenlager schickt, in dem sie mit anderen Verurteilten fortan ihre Tage fristen soll. Es sei denn, sie entscheidet sich für die Flucht und riskiert damit, in eine Ziege verwandelt zu werden. Rungano Nyoni zeichnet mit atemberaubend eigenwilligen Einstellungen das Bild einer sich in archaischen Ritualen selbst lähmenden Stammesgemeinschaft. Sie wurde dafür bei den British Film Awards mit dem BAFTA für das herausragende Debüt 2018 ausgezeichnet.
Filmgespräch mit der französischen Produzentin Juliette Grandmont.
Fr 27.04., 18 Uhr, Odeon, Tickets

Jibril
R: Henrika Kull, DE 2018, 83', OmeU, dt. eingesprochen
Die Deutschlehrerin Maryam lebt als alleinerziehende Mutter ein selbstbestimmtes Leben. Auf der Suche nach einem Glück jenseits der Alltagspflichten trifft sie den Deutsch-Libanesen Jibril wieder, der eine sechsjährige Haft im Gefängnis absitzt. Mit Feuereifer stürzt sich Maryam in die vorerst weitgehend platonische Romanze. Doch eine Beziehung mit jemandem zu führen, der nicht am eigenen Leben partizipiert, ist eine Herausforderung.
Filmgespräch mit der Regisseurin Henrika Kull.
Fr 27.04., 20.15 Uhr, Odeon, Tickets
Sa 28.04., 20 Uhr, Kino im U, Dortmund

Medea
R: Alexandra Latishev Salazar, CR/CL/AR 2017, 73', OmeU, dt. eingesprochen
María José, die Protagonistin dieses poetischen und bildstarken Debüts, ist 25. Ihr Leben oszilliert zwischen der Monotonie ihres Studiums, dem Zusammenleben mit ihren ewig desinteressierten Eltern, ihrem Rugbytraining und bizarren Mutproben mit ihrem schwulen Freund. Als sie Javier kennen lernt, versucht sie eine Beziehung mit ihm. Doch Mariá Josés Wahrnehmung ihrer Umwelt entfremdet sie vom ‚normalen Leben’, das ihr einfach nicht gelingen will. Und sie hat ein Geheimnis, das sie akribisch hütet.
Filmgespräch mit der Produzentin Cynthia Calvo.
Sa 28.04., 18 Uhr, Odeon, Tickets