Konzerte im Panorama

Marie-Claire Delaber

Marie-Claire Delarber nutzt Text und Musik, Gesten und Geräusche sowie Fragmente der Popkultur um sich selbst in einem subjektiv geschilderten Coming-of-Age-Thriller zu inszenieren. Von der Entdeckung eigener Intimität und Verletzlichkeit bis hin zum öffentlich politischen Statement lotet sie die Grenzen zwischen Geschlechterklischee und Geschlechteridentität aus. Durch das freie Experimentieren mit Soundtechnologien und den dazugehörigen Maschinen verschafft sie sich die Möglichkeit, starre Narrative von Herrschendem (Produzent) und Beherrschtem (elektronische Software und Equipment) außer Kraft zu setzen. Ihre Tracks schaffen einen Raum, um den hartnäckigen Gender-Dualismus, der dieser Formation eingeschrieben ist (Paul Théberge, Tara Rodgers), zu überwinden.
Mi, 25.04., 21 Uhr, Altes Pfandhaus, Bar, Eintritt frei

UMMN, auch bekannt als Opan, Mia Nc (Han Brock) und Qui Basat, gegründet in Köln 2017, ist ein Performance-Projekt, dessen Klang gerne mit den Keywords "post gender bootie witch house" oder "post-trap screamo" beschrieben wird, jedoch selbst noch keine Kategorie für sich gefunden hat.  Zeitgenössische Durchschnittsklänge der computergenerierten Musik und altbekannte Einflüsse von den 80/90ern werden durch die Filter der Künstler gezogen und dann exportiert. Das Produkt wird auf der Bühne dann performativ dargestellt.
Do, 26.04., 22 Uhr, Altes Pfandhaus, Saal (im Anschluss an Parallel Planes) Tickets

Mary Ochers Musik wird von der kreativen Reibungsenergie der Wahlberlinerin getragen. Die eklektischen Songs der russischstämmigen Israelin bohren sich mal poetisch säuselnd oder folkloristisch schunkelnd, mal fordernd und eindringlich ins Ohr. Allem zu Grunde liegt eine rohe, oft wütende Energie. Sich festnageln lassen und ihren Zorn instrumentalisieren mag sie jedoch nicht. Nicht nur musikalisch meidet Mary Ocher starres Regelwerk, Genre- oder Gruppenzugehörigkeit. Wenn Ocher auf der Bühne steht, mit ihrem minimalistischen Set Up und ihrem Low-Fi-Anspruch, passiert in jedem Falle etwas ganz Besonderes!
Fr, 27.04., 20.30 Uhr, Filmforum, (im Rahmen der Langen Filmnacht), Tickets

DIANA kommt schlicht und elegant daher, "supporting female DJs and musicians". Das junge Kollektiv fand im Sommer 2017 in der lebendigen Musikszene von Köln und Düsseldorf zusammen. Dort lädt DIANA seitdem regelmäßig ein: Mal zum Tanz im Club, mal zum Dreamen bei experimentellen Sounds, Sekt und Lilienduft. Klassischen House und Techno verortet sie in ihrem Dasein genauso wie abstrakte Klänge, RnB, HipHop und Trap. DIANA ist Mythos und Stilikone zugleich – und doch bricht sie auf zur Jagd nach einer neuen Zukunft. (Text: Friedemann Dupelius & Dagmar Buchenthal)
Fr, 27.04. & Sa, 28.04. ab 21 Uhr, Altes Pfandhaus, Bar, Eintritt frei

Koxette ist ein Hightech-Traum, eine Kampfmeditation, eine heilende Pop-Replik. Nach einer Tournee durch China im Dezember 2017 kehrt Koxette nach Deutschland zurück, um uns neue Zeichen der Apokalypse eingewickelt in Neon-Werbewolken zu bringen. Das kommende Album wird von baumusik herausgebracht, Kölns seltsamstes Popetikett. Koxette begleiten die Preisverleihung des Festivals mit Sound & Visuals.
So, 29.04., 19 Uhr, Schauspiel Köln (Außenspielstätte am Offenbachplatz / Britney), Tickets

D'nice und Libera Hell sind der neue One-Two-Punch in die Leisten des Patriarchats. Selbstermächtigend machen sich beide an die Plattenteller und lassen nicht nur Bässe, sondern Körper schwingen. Während Libera Hell alle Seiten des Pop auslotet und unbekanntere Ecken der Tanzmusik bietet, greift D'nice auf einen reichhaltigen Schatz aus R'n'B, Hip-Hop und Soul zurück. In diesem Spannungsfeld darf gerne die Hüfte und das Tanzbein geschwungen werden.
So, 29.04., 23 Uhr, Schauspiel Köln (Außenspielstätte am Offenbachplatz / Britney, TanzBar), Eintritt frei