Fake Space

Double Happiness
(AT/CN 2014, R: Ella Raidel)

Als Alice durch das Erdloch ins Wunderland fiel, taten sich ihr Räume von unvorstellbaren Dimensionen auf: Spiegelkabinette, Trompe-l’oeils und Falltüren.

Die Reihe Fake Space hält so einige Bilderfallen bereit. Darüberhinaus geht es um den Effekt, den kopierte, verdoppelte Räume erzeugen. Auch wenn wir in der Moderne die Imitation als unoriginell empfinden, ist das genaue Kopieren doch eine hohe Kunst.

Die Simulation von Architektur lässt auch immer individuelle Interpretationen zu, wie die exotischen Landschaftskopien in den experimentellen Dokumentarfilmen Controfigura, Double Happiness und Hinterland zeigen.

Do 11.04., 16.00 Uhr, Schauburg 2, Tickets
Controfigura
Experimentalfilm, IT/FR/CH/MA 2017, 75’, R: Rä di Martino

Basierend auf dem Filmklassiker The Swimmer versetzt Controfigura die Geschichte eines Mannes, der seinen Weg nach Hause durch Schwimmbäder zurückschwimmt, in die Wüstenlandschaft Nordafrikas. Dieser Hybridfilm führt seine Zuschauer*innen bis ans Ende aufs Glatteis – oder gibt es am Ende doch gar kein ‘Ende’?


Do 11.04., 16.00 Uhr, Kino im U, Tickets
koordinaten
DE 2018, 11’, R: Juliane Henrich

Das ehemalige Staatsratsgebäude der DDR, der Balkon, von dem Karl Liebknecht 1918 die Republik ausrief: Koordinaten (deutsch-)deutscher Geschichtsschreibung.

Hinterland
Dokumentarfilm, FR/DE 2009, 49’, R: Marie Voignier

Ein humorvolles und ironisches Porträt der Freizeitwelt Tropical Island, Europas größtem Indoor-Regenwald. Das touristische Megaprojekt mit Strand und tropischen Pflanzen wurde in einem ehemaligen Luftwaffenstützpunkt untergebracht, unter der enormen Kuppel der größten freitragenden Halle der Welt. Voignier verbindet die Sehnsucht nach Südsee-Flair und Exotik mit der poetischen Archäologie und besonderen Historie dieses Ortes in der ostdeutschen Provinz.


Fr 12.04., 16.00 Uhr, Kino im U, Tickets
Pwdre ser: the rot of stars
USA 2018, 6’, R: Charlotte Pryce

„Pwdre ser“ ist die Welsche Bezeichnung für eine geleeartige Substanz, die sich laut Volksmund nach einem Sternenregen auf Boden und Blättern ausbreitet. 16mm Handarbeit trifft auf kosmische Magie.

Confessions to the Mirror
Experimentalfilm, GB 2016, 68’, R: Sarah Pucill

Wie eine Zauberin lässt Pucill in ihrem Film über die große Künstlerin Claude Cahun Bilder, Räume und Gesichter wie aus dem Nichts erscheinen und sich verwandeln. Pucill arbeitet seit über 30 Jahren mit analogem Film und bietet uns einen barocken Augenschmaus, der in der digitalen Zeit selten geworden ist.
Im Anschluss: Gespräch mit Sarah Pucill


Sa 13.04., 15.00 Uhr, Schauburg 1, Tickets
Real Snow White
Experimentalfilm, FI/FR/NL 2009, 9’, R: Pilvi Takala

Die Regeln von Disneyland werden konterkariert, wenn der Themenpark in einem Schneewittchen-Kostüm besucht wird. Das Sicherheitspersonal verweigert den Eintritt – was ist echt und was Fake?

Double Happiness
Dokumentarfilm, AT/CN 2014, 75’, R: Ella Raidel

Ein österreichisches Dorf soll maßstabgetreu in China kopiert werden. Die Planungen dazu laufen im Verborgenen, erregen aber schnell den Argwohn der Dorfbewohner*innen, die die Geschehnisse, ebenso wie die chinesischen Beteiligten, Revue passieren lassen. Elegant werden so viele Ebenen von Original und Kopie variiert, dass man als Zuschauer*in bald keinen eindeutigen Standpunkt mehr findet.


Sa 13.04., 15.00 Uhr, domicil, Tickets
Kurzfilmprogramm: Fake Space

Stadt, Land, Fluss. Streifzüge. Die verborgenen Wege des (Post-)Kolonialismus und des (Post-)Kapitalismus. Unzugängliche Orte der Macht, vom Meeresboden zur Cloud in den Wolken. Erinnerte Orte oder Orte der Erinnerung. Erlebniswelten. Simulationen für eine potenzielle Zukunft, Science Fiction in der Gegenwart. Kombiniere zwei Orte zu einem neuen Ort: It looks so real it must be real!

Shuttles
Musikvideo, FR 2017, 8’, R: Pleix
Deep Down Tidal
ZA 2017, 19’, R: Tabita Rezaire
Souvenir
DE/NL 2018, 21’, R: Miriam Gossing & Lina Sieckmann
Im Anschluss Gespräch mit Miriam Gossing & Lina Sieckmann
Déploiements
FR 2018, 16’, R: Stéphanie Lagarde
Tower XYZ
GB 2016, 3’ R: Ayo Akingbade
The Remembered Film
BE 2018, 18’, R: Isabelle Tollenaere
Im Anschluss Gespräch mit: Isabelle Tollenaere
Rebirth is Necessary
GB 2017, 11’, R: Jenn Nkiru