Wajib

Palästina 2017, 96', Spielfilm
Regie
Annemarie Jacir
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Synopsis

»Die Menschen müssen unaufhörlich für ihre Rechte und um die beschränkten Ressourcen kämpfen, aber sie sind eine bewundernswerte Spezies Mensch, voller Humor und Leben. Für mich ist Nazareth die Stadt der Überlebenden.«
Annemarie Jacir

Wajib heißt in Palästina die Tradition, die Einladungen zur Hochzeit seines Kindes persönlich zu überbringen. Der in Rom lebende Architekt Shadi ist nicht gerade begeistert, dass er für diese Tradition nach Jahren wieder in seine Heimatstadt Nazareth zurückkehren muss. Doch seine Schwester Amal heiratet und Vater Abu Shadi, ein geschiedener Lehrer Mitte sechzig, lässt nichts anderes gelten. An einem sonnigen Morgen fahren Shadi und Abu Shadi in einem alten Volvo kreuz und quer durch Nazareth und verteilen Umschläge. Sie tauchen ein ins Leben jener israelischen Stadt mit der größten Gemeinschaft arabischer Israeli mit muslimischen und christlichen Wurzeln. Und händigen Einladungen aus: An Muslime, Christen und Atheisten – wenn es um Juden geht, gibt es Streit. Während der Fahrt brechen zwischen Vater und Sohn (das sind die Darsteller Saleh und Mohammad Bakri auch Off-Screen) Konflikte auf politischer, gesellschaftlicher und persönlicher Ebene auf. Kleine Sticheleien, doppeldeutige Bemerkungen und Schummeleien befeuern dieses urbane Roadmovie. Shadi kann nicht akzeptieren, dass der Vater Konzessionen macht, Abu Shadi versteht nicht, dass der Sohn nicht in der Heimat auf Brautschau geht. Indem der Film die Vater-Sohn-Beziehung auslotet, beschreibt er empathisch das Verhältnis von Israel und Palästina. Dabei werden die Probleme oft bloß im Hintergrund, in Nebensätzen oder Seitenblicken gestreift.

Annemarie Jacir
Palästina
2017
Spielfilm
2019
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