Die Preisträgerin

Teona Strugar Mitevska (God Exists, Her Name is Petrunya)

Der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die mazedonische Produktion GOD EXISTS, HER NAME IS PETRUNYA von Teona Strugar Mitevska. Teona Strugar Mitevska hat mit ihrem Film eine beißende und berührende Satire über eine Gesellschaft voller patriarchaler Stereotypen und fatalem Opportunismus vorgestellt: Das traditionelle Tauchen am Dreikönigstag ist Männersache. Doch diesmal ist es die arbeitslose Historikerin Petrunija, die das heilige Kreuz aus den Fluten holt. Komme was wolle, verteidigt sie ihren Triumph.

Mitevska hatte den Film persönlich in Dortmund vorgestellt und sich leidenschaftlich für die Solidarität unter Frauen stark gemacht. Ihr Film hat seine Weltpremiere im diesjährigen Wettbewerb der Berlinale gefeiert, jedoch bislang noch keinen deutschen Verleih (Weltvertrieb: Pyramide Films).

Das Preisgeld von 15.000 Euro wird zwischen der Regisseurin (5.000 Euro) und dem deutschen Verleih (10.000 Euro) geteilt. Der Preis zielt damit explizit darauf ab, den Vertrieb der Filme von Regisseurinnen in Deutschland zu fördern.

Die Jury war besetzt mit Terri Ginsberg (Professorin für Film- und Medienwissenschaften der Universität Kairo), Sheri Hagen (Regisseurin, Autorin, Schauspielerin, Deutschland) und Edima Otuokon (LADIMA-Stiftung zur Förderung von Frauen in Film, TV und Medien, Nigeria).

Sie begeisterten sich für den Film, „... der in großartiger Weise die Geschichte einer erwerbslosen Frau aus einfachen Verhältnissen erzählt, die sich mutig gegen die patriarchalischen Strukturen des Alltags stellt. Mit der Erkenntnis, dass sie stark genug ist, alte Solidaritäten gegen die Ungerechtigkeit der Verhältnisse neu zu beleben, überwindet sie die eigene Entfremdung."

Mit einer lobenden Erwähnung würdigt die Jury außerdem die herausragende filmische Qualität von THE BEAST IN THE JUNGLE, eine niederländisch-luxemburgische Produktion unter der Regie von Clara van Gool. Van Gool hat die gleichnamige Novelle von Henry James in einen choreografierten Spielfilm von großer visueller Kraft umgesetzt. Ihr Film wird beim Festival von der irischen Darstellerin Claire Johnston präsentiert, die auch die Auszeichnung in Vertretung der Regisseurin entgegennahm.