Zweiter Dortmunder Ehrenpreis Dokumentarfilm für Heddy Honigmann

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Der zum zweiten Mal verliehene Dortmunder Ehrenpreis Dokumentarfilm geht an die niederländische Filmemacherin Heddy Honigmann. Sie erhält den mit 10.000 Euro dotierten und von der Sparkasse Dortmund gestifteten Ehrenpreis für ihre Verdienste um den europäischen Dokumentarfilm.

Honigmann, 1951 als Kind jüdischer Eltern in der peruanischen Hauptstadt Lima geboren, zählt zu den besten Dokumentaristinnen weltweit. Auch wenn sie sich in ihrer Karriere nie auf ein bestimmtes Genre festgelegt hat, begründen vor allem ihre dokumentarischen Arbeiten ihren Ruhm. Nach dem Filmstudium in Rom hat sie sich bereits in den 70er Jahren in den Niederlanden niedergelassen und nahm die niederländische Staatsbürgerschaft an. Die Liebe, so sagt sie, hat sie nach Amsterdam gebracht und Liebe ist der Motor ihrer Arbeit, besonders wenn man Kunst als eine Form der Liebe versteht. Für ihre Arbeit kehrt Honigmann häufig nach Lateinamerika zurück, befasst sich mit Themen wie Heimat und Exil. Zentrale Momente ihrer Filme sind außerdem der Umgang von Menschen mit Erinnerung und Musik.

Zu ihren vielfach ausgezeichneten Arbeiten gehören Metall und Melancholie, Good Husband – Dear Son, Crazy, Forever oder der Spielfilm Tot Ziens. Honigmanns Filme waren weltweit zu sehen, sie wurde mit Retrospektiven in Toronto, Paris, Berlin, Chicago, Madrid, dem New Yorker MoMa und zahlreichen weiteren Orten geehrt. Zu ihren Auszeichnungen zählen u.a. der Hot Docs Outstanding Achievement Award (USA 2007), der San Francisco Films Society’s Golden Gate Persistence of Vision Award (2007), der Jan Cassies Preis für ihr Gesamtwerk (NL 2003).

Ausgewählt wurde die Preisträgerin von einer Kommission, der in diesem Jahr Claas Danielsen, Leiter des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm, Birgit Kohler, Ko-Direktorin des Arsenal Berlin und Mitglied des Auswahlkomitees des Int. Forums / Berlinale und die Leiterin des IFFF Dortmund | Köln, Silke J. Räbiger, angehörten.

In der Jurybegründung heißt es unter anderem: "Heddy Honigmann hat das internationale Dokumentarfilmschaffen um einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil bereichert. Neben der eleganten Bildgestaltung und dem sorgfältigen dramaturgischen Aufbau zeichnen sich ihre dokumentarischen Arbeiten vor allem durch Honigmanns außergewöhnliches Einfühlungsvermögen aus. Es sind Begegnungen mit Menschen, die im Zentrum ihrer Filme stehen – und die sie so einzigartig machen."

Honigmann, deren Arbeiten schon häufig in Dortmund beim Frauenfilmfestival zu sehen waren, wird die Auszeichnung am 14. April während der feierlichen Preisverleihung persönlich im Dortmunder U entgegennehmen. Von der Nachricht des Preises zeigte sie sich sehr berührt: "Welch große Ehre und Freude, diese wunderbare Neuigkeit zu erhalten! Das ist ein großer Ansporn, um weiter zu machen trotz aller Widrigkeiten. Welch tolle Jury! Ich bin sehr stolz. Vielen Dank!"

Der Dortmunder Ehrenpreis Dokumentarfilm wurde 2011 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Zusammenarbeit der Sparkasse Dortmund mit dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln aus der Taufe gehoben. Bei der Auswahl des biennal in Dortmund vergebenen Preises werden europäische Dokumentar-filmerinnen berücksichtigt, die sich dauerhaft in diesem Bereich etabliert haben und so einen herausragenden Beitrag für die Formsprache des Genres und für die filmische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen unserer Zeit geleistet haben.



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