VOIR DU PAYS ausgezeichnet

Voir du pays, R: Delphine & Muriel Coulin

Zum Abschluss des 30. Geburtstages des Internationalen Frauenfilmfestival in Dortmund wurde bei der feierlichen Preisverleihung im Dortmunder U der französische Wettbewerbsbeitrag VOIR DU PAYS (The Stopover) von Delphine und Muriel Coulin mit dem Internationalen Spielfilmpreis für Regisseurinnen ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird zwischen den Regisseurinnen (5.000 Euro) und dem deutschen Verleih (10.000 Euro) geteilt. Die Teilung soll die Distribution des Films in Deutschland fördern.

VOIR DU PAYS erzählt die Geschichte der beiden Soldatinnen Aurore (Ariane Labed) und Marine (Soko), die nach der Rückkehr vom Einsatz in Afghanistan mit ihrer Truppe drei Tage in einem Fünf-Sterne-Hotel auf Zypern verbringen. Inmitten von Touristen soll die Gruppe Entspannung finden, im Militärjargon heißt diese Maßnahme „Dekompression“ – um „den Krieg zu vergessen“. VOIR DU PAYS hat bislang noch keinen deutschen Verleih.

In der Begründung der Jury heißt es wie folgt: „Vom ersten Moment an ist man gefesselt von der sich stetig steigernden Spannung des Films und der scheinbar überall lauernden Bedrohung. Die Figuren ringen jede auf ihre Weise mit inneren Dämonen, die wir als Publikum niemals vollständig verstehen können – doch ihr innerer Kampf geht uns unter die Haut. VOIR DU PAYS erlaubt uns Einblicke in eine Welt, die die meisten nur aus der medialen Draufsicht kennen. Doch diese Welt betrifft uns alle mehr und mehr. Die beeindruckende filmische Narration von VOIR DU PAYS zeugt von großer authentischer und konzeptioneller Erzählkunst.“

Die Jury war in diesem Jahr mit der niederländischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Marnie Blok, der Leiterin des Frauenfilmfestivals „Women Make Waves“ in Taiwan, Pecha Lo und der Filmeditorin und Dramaturgin Gesa Marten besetzt. Den Filmpreis überreicht die Dortmunder Stadträtin Diane Jägers an die beiden Schauspielerinnen Ariane Labed (Hauptdarstellerin auch des IFFF Dortmund | Köln-Preisträgerfilms von 2011 – ATTENBERG) und Ginger Romàn, die den Film in Dortmund vorgestellt hatten. Regisseurin Delphine Coulin war bereits mit ihrem Debüt 17 MÄDCHEN beim Frauenfilmfestival 2012 mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet worden.



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