Die Jury

Melissa Silverstein, Maren Kroymann, Claudia Landsberger

Für die Vergabe des mit 25.000 Euro dotierten Preises konnten in diesem Jahr drei Frauen der internationalen und europäischen Filmbranche gewonnen werden. Gemeinsam vergeben sie den von der RWE Vertrieb AG gestifteten Preis, um den acht Produktionen ins Rennen gehen. Das Rahmenprogramm bietet außerdem Gelegenheit, zwei der Juryfrauen und ihre Arbeit näher kennen zu lernen.

Maren Kroymann
Maren Kroymann gehört zu den vielschichtigsten Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Unterhaltungslandschaft. Einem größeren Publikum wurde die in Tübingen aufgewachsene Schauspielerin Ende der 80er Jahre durch ihre Rolle in Oh Gott, Herr Pfarrer bekannt. Als erste und einzige Frau im deutschen Fernsehen hatte sie mit Nachtschwester Kroymann von 1993-1997 eine eigene Satiresendung. Seitdem hat Maren Kroymann in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und dabei nicht nur im komödiantischen Fach überzeugt, zuletzt in Doris Dörries Serie Klimawechsel.
Im von der Kritik hochgelobten Kinofilm Verfolgt verkörperte sie 2006 eine Bewährungshelferin, die eine sadomasochistische Beziehung zu ihrem minderjährigen Schützling eingeht. Für diese Rolle wurde sie mit dem Darstellerpreis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet. Als scharfsinnige Satirikerin hat Maren Kroymann immer wieder gängige Rollenklischees aufs Korn genommen.
Für ihr feministisches Kabarett (legendär ihr Programm Auf du und du mit dem Stöckelschuh) erhielt sie im Jahr 2000 den Berliner Frauenpreis. Neben ihrer Schauspieltätigkeit arbeitet sie regelmäßig als Sprecherin für Radiofeatures, Hörspiele sowie Hörbücher und ist seit 2000 mit dem Bühnenprogramm Gebrauchte Lieder unterwegs.
Maren Kroymanns künstlerische Arbeit stellt das Festival mit dem Schaupielerinnen-Porträt Weder glatt noch gefällig vor. Hier spricht sie ausführlich über ihre Arbeit, zeigt in Ausschnitten wichtige Etappen ihrer Karriere sowie einen Film ihrer Wahl – den Kinofilm Verfolgt von Angelina Maccarone.

Melissa Silverstein
WAS TUN, das Motto des Frauenfilmfestivals 2011, trifft auf die US-Amerikanerin Melissa Silverstein in mehr als einer Hinsicht zu. Women and Hollywood zählt zu den meist gelesenen und einflussreichen US-amerikanischen Blogs. Hier rezensiert die Journalistin, Autorin und Marketing-Beraterin aktuelle Filme von und über Frauen, veröffentlicht Interviews mit allen wichtigen US-amerikanischen Schauspielerinnen und Regisseurinnen und schreibt über Frauen in der Entertainment-Branche. Neben ihrem politisch-feministischen Engagement als Bloggerin, für das sie mehrfach ausgezeichnet wurde, arbeitete Melissa Silverstein in den Marketing-Kampagnen namhafter Filmproduktionen wie Sunshine Cleaning, Revolutionary Road und The Hours.
Darüber hinaus widmet sie sich auch auf institutioneller Ebene frauenpolitischen Themen, etwa als ehemalige Projektleiterin des White House Project oder im Beirat des Women’s Media Center. Mit dem Athena Film Festival, das im Februar 2011 Premiere in New York hatte, will sie auf Frauen in leitenden Positionen aufmerksam machen und ihrem Anliegen ein zusätzliches Forum bieten.
In Kooperation mit Women in Film & Television Germany (WIFTG) spricht Melissa Silverstein im Rahmen des Netzwerktreffens für Frauen in der Filmbranche über ihre Arbeit und den Status von Frauen in Hollywood. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

Claudia Landsberger
Die Niederländerin Claudia Landsberger gehört zu den wichtigsten Protagonistinnen der europäischen Filmbranche. Sie blickt auf eine umfangreiche Karriere zurück und hat für Filmproduktionsfirmen in ganz Europa u. a. in den Bereichen Produktion, Entwicklung, Marketing und Kommunikation gearbeitet. Landsberger hat sowohl auf inhaltlicher als auch auf struktureller Ebene Maßstäbe gesetzt: Sie war als Kuratorin zahlreicher Filmfestivals tätig, Mitglied diverser Auswahlkommissionen von Filmfördergremien und leitet seit 1995 Eye International, das niederländische Filminstitut (früher Holland Film). Hier ist sie für die weltweite Vermarktung und Promotion von niederländischen Filmproduktionen verantwortlich.
Als Mitbegründerin der European Film Promotion (EFP), dem Dachverband der europäischen Filmvermarktung, hat sie seit 1997 wesentlich zur Profilstärkung des europäischen Kinos beigetragen.
Im November 2010 wurde sie beim Europäischen Film Festival in Sevilla für ihre Verdienste um den europäischen Film mit dem Industry Award ausgezeichnet.