A Woman Captured

Ungarn/Deutschland 2017, 89', Dokumentarfilm
Regie
Bernadett Tuza-Ritter
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Synopsis

45 Millionen Fälle von moderner Sklaverei gibt es nach Angabe von Menschenrechtsorganisationen weltweit. Der Dokumentarfilm von Bernadett Tuza-Ritter widmet sich einem davon, einem Fall mitten im Herzen von Europa. A Woman Captured begleitet das Leben von Marish, einer 52-jährigen Ungarin, die seit zehn Jahren von einer Familie festgehalten wird. Sie arbeitet täglich bis zu 20 Stunden ohne Bezahlung und darf das Haus nur mit Erlaubnis ihrer ›Besitzerin‹ verlassen. Marish träumt davon, ihre Freiheit zurückzubekommen, doch die Angst vor drohenden Konsequenzen ist zu groß.
Die Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter begleitete Marish über zwei Jahre lang mit der Kamera. Die Freundschaft, die im Laufe dieser Zeit zwischen den beiden entsteht, bestärkt Marish darin, den gefährlichen Schritt zu wagen. Sie beschließt zu fliehen.

»Der Kern meines künstlerischen Konzepts war es, die Zuschauer*in so nah wie möglich an die Situation und die Gefühle der Protagonistin heranzuführen. Deshalb besteht ein Großteil des Films aus Nahaufnahmen von Marish. Im Gegensatz dazu wollte ich von der ›bösen‹ Protagonistin nie ein detailliertes Porträt zeichnen, weil sie nicht das Problem ist. Es geht um eine viel größere Sache, um weitverbreitete Missstände, und ich wollte betonen, wie universell dieses Problem ist. Moderne Sklaverei gibt es überall auf der Welt, ungeachtet des Geschlechts, Alters, der Kultur oder der ethnischen Herkunft. Das visuelle Konzept zielte deshalb darauf ab, eine emotionale Bindung zu Marish herzustellen, und war gleichzeitig in gewisser Weise ein Experiment: ob man eine ›böse‹ Figur allein aus Fragmenten, Geräuschen und Schatten aufbauen kann.«
Bernadett Tuza-Ritter

Panorama

25.4., 18:30 Uhr, Odeon

Bernadett Tuza-Ritter
Ungarn, Deutschland
2017
Dokumentarfilm
2018
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